Dieses Gemüse war einst der Stolz Krakaus. Heute kennen es nur noch wenige Menschen

 

Ein weiterer Vorteil des Krakauer Głąbik liegt in seiner Vielseitigkeit. Fast die gesamte Pflanze kann verwendet werden.

Roh im Salat

Geschälte Stängel lassen sich in dünne Scheiben schneiden und direkt roh genießen. Ihr frischer Geschmack macht sie zu einer hervorragenden Zutat für Frühlingssalate.

Als gesunder Snack

Ähnlich wie Kohlrabi können die Stängel in Streifen geschnitten und pur gegessen werden. Sie eignen sich hervorragend als leichter Snack zwischen den Mahlzeiten.

Gebraten oder geschmort

Durch kurzes Braten entwickelt das Gemüse ein besonders intensives Aroma. Es harmoniert hervorragend mit Butter, Knoblauch und frischen Kräutern.

Als Spargelersatz

Viele Köche verwenden die Stängel heute als regionale Alternative zu Spargel. Sie können gekocht, gedünstet oder überbacken werden und behalten dabei ihre angenehme Konsistenz.

In Suppen und Eintöpfen

Auch in traditionellen Gemüsesuppen sorgt der Krakauer Głąbik für zusätzlichen Geschmack und eine interessante Textur.

Die beliebte Tradition des Einlegens

Besonders geschätzt wurde früher eingelegter Głąbik. In vielen Familien gehörte er zur Vorratshaltung für Herbst und Winter.

Die Zubereitung ähnelte der von Gewürzgurken:

  • frische Stängel
  • Knoblauch
  • Dill
  • Senfkörner
  • Pfefferkörner
  • Salzlake

Nach einigen Wochen entstand eine aromatische Spezialität, die sowohl zu Fleischgerichten als auch zu Brotzeiten serviert wurde.

Viele ältere Bewohner Kleinpolens erinnern sich noch heute an die großen Steinguttöpfe, in denen die Stängel eingelegt wurden.

Warum das Gemüse fast verschwunden ist

Obwohl der Krakauer Głąbik lange Zeit äußerst beliebt war, verschwand er im Laufe des 20. Jahrhunderts beinahe vollständig von den Feldern.

Dafür gibt es mehrere Gründe.

Die Ausdehnung der Stadt Krakau

Viele landwirtschaftliche Flächen wurden bebaut. Wo früher Gemüsefelder lagen, entstanden Wohngebiete, Straßen und Industrieanlagen.

Kurze Haltbarkeit

Der größte Nachteil des Gemüses war seine begrenzte Lagerfähigkeit. Die frischen Stängel verloren relativ schnell ihre Knackigkeit und waren daher schwer über größere Entfernungen zu transportieren.

Veränderungen im Handel

Mit der Industrialisierung der Landwirtschaft gewannen Gemüsesorten an Bedeutung, die sich besser lagern und transportieren ließen. Regionale Spezialitäten gerieten dadurch zunehmend in Vergessenheit.

Neue Essgewohnheiten

Der Markt wurde immer internationaler. Tomaten, Paprika, Eisbergsalat und viele andere Gemüsearten verdrängten nach und nach traditionelle regionale Sorten.

Die Wiederentdeckung einer fast verlorenen Delikatesse

 

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