Seltsames Keramikgefäß auf einem Frühlings-Nachlassverkauf gekauft – weiß jemand, was das ist?

 

Nach einigen Recherchen stellte sich heraus, dass es sich bei dem geheimnisvollen Gefäß wahrscheinlich um einen sogenannten Haarfänger („Hair Receiver“) handelt – einen Haushaltsgegenstand, der während der viktorianischen und edwardianischen Zeit weit verbreitet war.

Haarfänger dienten dazu, Haare zu sammeln, die beim Bürsten oder Kämmen ausfielen. Diese wurden anschließend weiterverwendet, beispielsweise als Füllmaterial für Nadelkissen oder zur Herstellung von Kunstwerken aus Haaren.

Meist aus Porzellan oder Keramik gefertigt, waren Haarfänger häufig Teil eines Toiletten- oder Schminksets zusammen mit Puderdosen, Parfümfläschchen und anderen Pflegeutensilien. Das Loch im Deckel ermöglichte das einfache Einwerfen der Haare, während das dekorative Design dafür sorgte, dass sich das Gefäß harmonisch in die übrigen Accessoires einfügte.

4. Wie Haarfänger im viktorianischen Alltag genutzt wurden

Im viktorianischen Zeitalter war Körperpflege ein aufwendiges Ritual, und Haarfänger erfüllten dabei eine praktische Funktion. Nach dem Bürsten entfernten Frauen lose Haare aus ihren Bürsten und steckten diese durch das Loch im Deckel in den Behälter.

Dies hielt den Schminktisch ordentlich und ermöglichte gleichzeitig die Wiederverwendung der gesammelten Haare. Haare galten damals als wertvolle Ressource. Sie wurden zur Herstellung von Haarteilen genutzt, die für die oft aufwendigen Frisuren jener Zeit benötigt wurden. Außerdem fertigte man daraus Schmuckstücke oder verwendete sie als Füllung für Nadelkissen, da diese dadurch die Nadeln scharf hielten.

5. Designmerkmale, die die Identifikation bestätigen

Mehrere Merkmale sprechen eindeutig dafür, dass es sich um einen Haarfänger handelt. Größe und Form entsprechen bekannten Exemplaren, die typischerweise klein und rund waren, damit sie bequem auf einem Schminktisch Platz fanden.

Das Loch im Deckel ist das wichtigste Erkennungsmerkmal, da es speziell für das Einwerfen der Haare vorgesehen war. Auch das florale Dekor passt ins Bild: Viele Pflege- und Toilettenartikel des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts wurden mit ähnlichen Mustern verziert, um Funktionalität mit Ästhetik zu verbinden.

6. Typische Materialien, Muster und Hersteller

 

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