Es gibt Gerichte, die auf den ersten Blick überhaupt nicht spektakulär ausfallen – und trotzdem könnte man davon problemlos zwei Teller essen.
Eier in Senfsauce gehören für mich genau in diese Kategorie.
Kein kompliziertes Sonntagsessen, keine außergewöhnlichen Zutaten und nichts, wofür man stundenlang in der Küche stehen muss. Eigentlich braucht man nur ein paar gekochte Eier und eine cremige Senfsauce.
Und trotzdem ist dieses Gericht für viele von uns sofort mit Zuhause verbunden.
Bei meiner Großmutter gab es meistens dann Eier in Senfsauce, wenn es schnell gehen sollte. Dazu standen Salzkartoffeln auf dem Tisch, manchmal einfach eine Scheibe frisches Brot, und am Ende wurde garantiert noch der letzte Rest Sauce vom Teller gewischt.
Damals fand ich die Sauce viel interessanter als die Eier.
Sie war cremig, leicht würzig, ein bisschen säuerlich und hatte genau diese angenehme Senfschärfe, die nicht alles andere überdeckt.
Später habe ich viele Varianten ausprobiert.
Manche waren
Die Sauce darf nicht zu dick werden.
Sie sollten die Eier umhüllen, aber noch schön vom Löffel laufen.
Wenn man die Mehlschwitze zu lange kocht oder zu wenig Flüssigkeit verwendet, entsteht schnell eine schwere Sauce. Ich gebe Milch und Gemüsebrühe deshalb nach und nach dazu und rühre dabei gründlich.
So wird sie schön glatt.
Beim Senf nehme ich den klassischen mittelscharfen Senf. Der passt meiner Meinung nach am besten zu diesem Gericht. Sehr scharfer Senf kann schnell dominieren, süßer Senf verändert den Charakter dagegen komplett.
Und dann kommt etwas hinein, das manche bei Senfsauce überrascht:
ein kleiner Schuss Weinig und ein Preis Zucker.
Der Zucker soll die Sauce auf keinen Fall süß machen. Er gleicht lediglich die Säure etwas aus.
Genau hier lohnt es sich, am Ende noch einmal zu probieren.
Etwas mehr Senf?
Noch eine Prise Salz?
Vielleicht ein paar Tropfen Essig?
Bei diesem Gericht entscheidet das Abschmecken über den
Geschmack.
Auch bei den Eiern hat jeder seine Erfahrung gemacht.
Ich mag das Eigelb nicht vollständig trocknen. Deshalb koche ich die Eier ungefähr sieben bis acht Minuten, wenn sie direkt aus dem Kühlschrank kommen.
Wer sie lieber ganz hart kochen möchte, lässt sie einfach etwas länger im Wasser.
Anschließend werden sie abgeschreckt, geschält und halbiert.
Und dann kommt der Moment, bei dem dieses einfache Essen plötzlich richtig gut aussieht: Die Eierhälften kommen direkt in die cremige Senfsauce und obenauf eine ordentliche Portion frische Petersilie.
Dazu Kartoffeln – und für mich ist das bereits ein vollständiges Mittagessen.
Eier in cremiger Senfsauce
Zutaten
7 Eier
2 EL Butter
4 EL Mehl
300 ml Milch
300 ml Gemüsebrühe
4 EL mittelscharfer Senf
120 ml Sahne
1–1½ EL Weinessig
1 TL Zucker
Salz
schwarzer Pfeffer
1 EL gehackte Petersilie
Dazu nach Wunsch:
Salzkartoffeln oder frisches Brot
Bedienung
Die Eier zunächst in einen Topf geben und je
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