Grundstücksstreitigkeiten mit Nachbarn können eine erhebliche Belastung darstellen. Eines der häufigsten Probleme entsteht, wenn ein Nachbar eine neue Struktur – beispielsweise einen Zaun – errichtet, die auf das eigene Grundstück ragt. Besonders ärgerlich ist es, wenn die Bauarbeiten während Ihrer Abwesenheit stattfinden und Sie die Situation erst bemerken, als alles bereits fertiggestellt ist.
In solchen Fällen ist es wichtig, die Angelegenheit besonnen anzugehen: entschlossen genug, um Ihre Rechte zu schützen, aber auch respektvoll, um das nachbarschaftliche Verhältnis möglichst nicht unnötig zu belasten.
1. Erst einmal durchatmen und alles dokumentieren
Der erste Schritt besteht darin, Ruhe zu bewahren und keine vorschnellen Entscheidungen zu treffen.
Dokumentieren Sie die Situation sorgfältig:
- Machen Sie Fotos aus verschiedenen Blickwinkeln.
- Fotografieren Sie die gesamte Zaunlänge.
- Halten Sie die einbetonierten Pfosten fest.
- Fotografieren Sie die Vermessungsmarkierungen, die den Grundstücksverlauf zeigen.
Notieren Sie außerdem alle relevanten Maße. Wenn der Zaun beispielsweise etwa zwei Fuß (ca. 60 cm) auf Ihr Grundstück ragt, messen Sie dies möglichst genau nach. Diese Informationen können später von großer Bedeutung sein.
2. Grundstücksgrenzen anhand von Unterlagen überprüfen
Bevor Sie weitere Schritte unternehmen, sollten Sie sicherstellen, dass die Grundstücksgrenze tatsächlich dort verläuft, wo Sie sie vermuten.
Prüfen Sie:
- den Grundbuchauszug,
- Kaufunterlagen,
- frühere Vermessungspläne,
- vorhandene Grenzmarkierungen.
Falls keine aktuelle Vermessung vorliegt, kann die Beauftragung eines Vermessungsingenieurs sinnvoll sein. Eine professionelle Vermessung liefert eine verlässliche Grundlage und kann im Streitfall als Beweismittel dienen.
3. Ruhig mit dem Nachbarn sprechen
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